Der Diebstahl

Christopher saß vor seinen Monitoren und betrachte sich alle vier genau. Er folgte, mit schnellem Blick den Bewegungen, die die Kameras in dem Kaufhaus machten, um potentielle Ladendiebe zu observieren. Da, da war doch was …?! Christopher wurde nervös und sah gespannt auf den Bildschirm, bei Kamera 2 und zoomte jetzt die Person heran, die was in ihre Tasche steckte, in der Elekrtonik – Abteilung. Er erkannte ein kleines Mädchen, von zehn, zwölf Jahren. Christophers Hände wurden feucht und er regulierte mit Schiebern und kleinen Sticks, die Einstellungen.

Die Aufnahme erfolgte automatisch. Da, schon wieder …! Christopher erhob sich schnell und eilte zur Tür hinaus. Gerade, als das Mädchen durch die Kasse wollte, faßte er es an den Arm und zog sie an sich. Das Mädchen sah ihn mit großen Augen an und erschrak heftig. Auch quiekte sie auf. „Haben wir da nicht etwas eingesteckt, was uns nicht gehört ?“, fragte er sie, und dann leise weiter: „Mach´ jetzt kein Aufsehen und komm´ mit !“ Er zog an ihrem Arm und machte einen Schritt nach vorn. Das kleine Mädchen zappelte und wehrte sich. Christopher hielt sie noch fester und nahm jetzt die zweite Hand zur Hilfe, sonst würde sie ihm durch die Finger rutschen.

Er zog sie nun hinter sich her, wie einen nassen Sack und ging zielstrebig mit ihr in sein Büro, wo schon hundert andere Ladendiebe, drin gesessen hatten. Das kleine Mädchen wehrte sich immer noch und rief laufend: „Laß mich los ! Ich habe nichts geklaut !“ Sie trat ihn gegen das Schienbein, was höllisch weh tat und ihn das Gesicht verzerren ließ, aber Christoph ließ nicht davon ab, daß Mädchen dingfest zu machen. Kaum war er in seinem Büro, ließ er sie los und schloß die Tür. Das Mädchen rannte sogleich zur Tür und zog an der Klinke. Christopher setzte sich gemächlich in seinen Sessel und hielt eine Chipkarte hoch und wedelte damit.

Er lächelte sie an undsagte: „Gib dir keine Mühe, Kleine ! Ohne diese Karte, bleibt die Tür zu !“ Sie sah ihn verdutzt an und trat wütend gegen die Tür. „Laß mich raus oder ich schreie !“ fauchte sie wütend und zog weiter an der Klinke. Christoph lächelte immer noch und nahm jetzt einen großen DIN-A 4 – Block und einen Kugelschreiber. Er deutete auf den Stuhl, ihm gegenüber und sagte: „Setz´dich !“ Das kleine Mädchen hatte einen roten Kopf und schimpfte vor sich hin, gab es schließlich auf, sich an die Klinke zu hängen und tapste, mit gesenktem Kopf, zu dem Stuhl und fletzte sich darauf. „Ich schreie !“, schnauzte sie und sah Christoph böse an.

Er sah kurz auf und grinste. „Mach´ ruhig ! Hier hört dich keiner !“ Sie sah ihn böse an. „Ich zerreiße mir die Klamotten und sage, daß Sie mich vergewaltigen wollten …!“ Christoph sah wieder auf und lachte laut auf. Er zeigte in alle vier Ecken des Zimmers und sagte leise, vorn übergebeugt zu ihr: „Das kannst du auch machen ! Das haben schon ganz andere versucht ! Um dem vorzubeugen, bin ich mit den Kameras abgesichert …, was hier …, in diesem Raum passiert ..! Also ? Das funktioniert auch nicht !“ Das kleine Mädchen zog jetzt einen Flunsch und verschränkte, böse guckend, ihre Arme vor der Brust.

„Wie alt bist du ?“ fragte Christoph sie jetzt freundlich und amchte nebenbei ein paar Notizen. Sie schwieg. Christoph deutete auf ihre kleine Handtasche. Mach´ die mal leer !“ Sie rührte sich nicht. „Ich hab´ nichts geklaut !“ maulte sie leise. Er sah sie ernst an und antwortete: „Na, dann hast du ja nichts zu verbergen und kannst die Tasche leermachen …, wenn da nichts drin ist, oder ?“ Das kleine Mädchen sah ihn mit bitterbösem Blick an und rührte sich immer noch nicht. Christoph seufzte tief auf und griff zum Telefon. „Sie haben nicht das Recht, mich zu durchsuchen !“ schnauzte sie. Christoph nickte.

„Doch, sehr wohl sogar …! ich vertrete hier das Kaufhaus, du hast dir fremdes Eigentum angeeignet, ohne zu bezahlen …, also, geklaut …! Und, ich habe durchaus das Recht dazu, dieses Eigentum zu schützen und dafür Sorge zu tragen, daß es auch so bleibt … und sich nicht jeder bedienen kann, wie er lustig ist …! Und, wenn ich davon ausgehen muß … und dich dabei erwischt habe …, habe ich sehr wohl das Recht, mir dieses Eigentum wieder zurückzuholen …! Schließlich gibt es ein Hausrecht ! Ich kann dich auch solange hier festhalten, bis die Polizei kommt ! Also, was ist nun ?“ Er wählte eine Nummer. „Wenn du nicht willst und mir alles zeigst, was da in deiner Tasche drin ist …, die Polizei hat noch mehr Rechte …!“

Das kleine Mädchen sprang jetzt schnell auf und drückte auf den Kontakt des Hörers. „Warten Sie !“ sagte sie schnell und erschrocken. Sie sah Christoph jetzt flehentlich an. Er legte den Hörer auf die Gabel und schaute sie erwartungsvoll an. Das Mädchen nahm jetzt ihre kleine Handtasche und schütte den inhalt auf seinen Schreibtisch. ‚Was für einen Krimskram die so in den Taschen haben ?!‘, dachte Christoph und grinste. Er wühlte in ihren Sachen herum und fischte zwei kleine Kopfhörer heraus, die sie eingesteckt hatte und vier Batterien. „Pack´ das wieder ein !“ sagte er barsch zu ihr und deutete auf den Rest ihrer Sachen.

Das Mädchen grabschte achtlos in ihre Utensilien und verstaute sie wieder. Dann setzte sie sich und sah Christopher argwöhnisch an. Er machte ein paar Notizen und schrieb die Artikelnummern und den Preis auf. Danach sah er sie forschend an und meinte: „Alles, wegen 7 Mark und 20 Pfennige …! Warum ?“ Das Mädchen hatte ihre Röte verloren und war jetzt blaß. Sie rang mit ihren kleinen Händen und sah an Christoph vorbei. Sie schien sich jetzt zu schämen. „Ich brauche das !“ maulte sie. Christoph nickte wohlwollend. „Schon klar.“ sagte er leise und seufzte. „Ich habe keine Geld …, Mutti hält mich kurz …!“ sagte sie leise. Christoph nickte wieder.

„Und, dein Vater ?“ „Ich habe keinen …, er ist tot !“ antwortete das kleine Mädchen und hatet jetzt Tränen in den Augen. Christoph räusperte sich verlegen. „Das tut mir leid !“ raunzte er. Sie winkte ab. „Schon lange her. Mutti arbeitet viel …, aber es reicht hinten und vorne nicht …, sie verdient zu wenig …!“ Er nickte und seufzte. „Anzeigen muß ich dich trotzdem …“ sagte Christoph leise und sah sie eindringlich an. Ihre Farbe wechselte wieder. „Bitte, nicht !“ rief sie und machte ein erschrockendes und ängstliches Gesicht. Ihre Tränen kullerten jetzt auf ihren Wangen hinunter. Christoph zuckte mit den Schultern.

„Es geht nicht anders, ich bin dazu verpflichtet ! Die Aufnahmebänder werden jeden Abend gesichtet und überprüft … Wenn ich da was verschweige, bin ich meinen Job los und noch viel mehr … Tut mir leid, Kleine !“ Er seufzte laut und fragte sie jetzt, um ein paar Daten mehr zu haben, nach ihrem Namen. Das kleine Mädchen schwieg behaarlich. Christoph schien nun ungehalten zu sein und griff wieder zum Telefon. “ Valerie.“ sagte sie schnell und laut. Christoph ließ die Hand auf dem Hörer und schrieb. „Weiter !“ forderte er sie auf und sah kurz auf. „Schierach.“, antwortete sie. „Geboren ?“ „20. August 3002.“ Er schrieb wieder.

Dann sah er sie an und lächelte. „Du bist Löwe …?! Löwen klauen nicht ! Löwen sind ehrliche Menschen !“ sagte er mißmutig und schrieb weiter. Er ließ jetzt den Hörer wieder los und seufzte wieder tief. „Nicht die Polizei !“ sagte sie plötzlich und sprang wieder auf und wischte sich die Tränen mit dem Ärmel ab. „Ich muß !“ sagte er kurz. „Meine Mutter wird alles bezahlen …!“ rief sie und lief nervös und aufgeregt vor seinem Schreibtisch rum. „Setz´ dich, du machst mich nervös !“ raunzte er und sah sie eindringlich an. Valerie sah ihn auch mißmutig an, machte einen Schmollmund und setzte sich widerwillig.

„Wovon willd as deine Mutter bezahlen ? Ich denke, sie hat nicht viel Geld ? Außerdem ….“ Christoph tippte mit dem Kuli auf seine Papiere. „… kommen noch die Strafgebühren von 50 Mark dazu …“ Valerie verdrehte die Augen und schnaufte. „Muß das sein ?“ fragte sie maulig. Christoph nickte. „Ja, das ist Vorschrift !“ Sie weinte wieder und schluchzte Christoph was vor. Er kannte das schon. Fast jeder zweite Ladendieb, der vor ihm jemals gesessen hatte, hatte das an sich. Sie flehten um Gnade, boten ihm Geld an, sogar zweimal Sex und vieles anderes, um ja der Strafe, der Polizei oder dem Hausverbot zu entgehen.

Ganz abgesehen davon, daß es auch noch im Kaufhaus ausgehangen wurde, wer Hausverbot hatte und warum … Es war demütigend. Sogar anerkannte und berühmte Leute waren darunter. Gut, ganz so streng war Christoph nicht, auch, wenn er das manchmal raushängen ließ. Gegen sehr gute Bezahlung, nahm er schon mal eigenmächtig, ein Papier von der Sichttafel, wo die Namen angeprangert wurden. Das kam selten vor und er setzte damit seinen Job auf´s Spiel … Wer aber wurde nicht weich, wenn man nur 1.220 Mark im Monat verdiente und plötzlich fünf Monatsgehälter angeboten bekam …? Christoph seufzte und überlegte.

Er sah das kleine weinende Mädchen eindringlich an und fragte: „Kann ich deine Mutter jetzt erreichen ?“ Valerie sah ihn entgeistert an und zur Decke, als stünde dort die Antwort. „Sie ist jetzt zu Hause …“ sagte sie dann. „Die Nummer ?!“ sagte Christoph forsch. Valerie gab ihm die Nummer und Christoph wählte. Nach dreimal klingeln, meldete sich eine angenehme, junge Stimme. „Schierach.“ Christophs Herz klopfte. „Ja, guten Tag, Frau Schierach. Hier ist Christoph Walzheim, vom Kaufhaus Södermann … Ich habe ihre Tochter vor mir sitzen …“ Die Stimme klang jetzt erschrocken und aufgeregt. „Was ? Ist was passiert ?“

„Nein, nein, alles in Ordnung, Frau Schierach. Ihre Tochter hat nur etwas mitnehmen wollen …, ohne zu bezahlen … Ich bin der Kaufhausdetektiv …“ Stille. „Oh, mein Gott ! Hat sie etwa … geklaut …?“, fragte Frau Schierach. Christoph nickte und sah ernst zu Valerie, die wieder ganz blaß geworden war. „Ja, das kann man so sagen …“ antwortet Christoph. Wieder Stille. Er hörte sie aufstöhnen. „War die Polizei schon da ?“ fragte sie jetzt aufgebracht. „Nein, bis jetzt noch nicht …“ Er hörte sie wieder seufzen. „Und, nun ?“ fragte Frau Schierach hilflos. Christoph zuckte mit den Schultern.

„Ich weiß nicht … Wie mir Ihre Tochter erzählte, haben Sie wenig Geld … Es wird nicht billig werden … Die Anzeige kostet, der Preis der Ware, die sogenannte „Fangprämie“ von 50 Mark … und natürlich die Kosten der Polizei …, die wollen ja auch daran verdienen … Es wird nicht billig, Frau Schierach ..!“ „Oh, mein Gott !“ seufzte sie ins Telefon. Dann wieder Stille. „Sind Sie noch da ?“ erkundigte sich Christoph und sah wieder zu Valerie, die einen Schmollmund machte und wieder ihre Arme vor der Brust verschränkt hatte und gleichgültig tat. „Ja, ja …, Entschuldigung …, ich überlege grad …“ sagte Frau Schierach jetzt schnell und seufzte wieder.

„Kann man da gar nichts machen ?“ fragte sie aufgebracht. Christoph holte tief Luft. „Eigentlich ncht !“ sagte er. „Sondern ?“ fragte sie zurück. „Ich werde erst einmal die Polizei verständigen, dann werde ich mit Ihnen, die Einzelheiten der Bezahlung besprechen, Frau Schier …“ „Keine Polizei !“ rief sie laut, ihn unterbrechend, ins Telefon. „Es muß auch ‚ohne‘ gehen …?!“ sagte sie dann leiser. „Es ist Vorschrift, Frau Schierach !“ antworte Christoph. „Bitte, keine Polizei, bitte ! Haben Sie ein Herz, Herr Waldheim !“ bat sie ihn inständig und er glaubte zu spüren, daß auch ihr Herz heftig pochte. „Walzheim.“ korrigierte er. „Entschuldigung, natürlich …, Herr Walzheim.

Könnten Sie heute Abend bei mir vorbeikommen ? Ich bitte Sie aber, die Polizei noch nicht zu vertsändigen ! Lassen Sie mich erst mit Ihnen sprechen, Herr Walzheim ! Ist das machbar ?“ Ihre Stimme zitterte und sie klang flehentlich. Ein Hilfruf am Telefon ! Christoph wurde weich und er nickte. „Okay, ausnahmsweise.“ sagte er dann schnorrig und Frau Schierach bedankte sich 1000 mal. Sie gab ihm die Adresse durch und legte eine Uhrzeit von 19 Uhr fest. Christoph willigte ein und legte dann auf. Er verglich die Adresse mit Valeries Angaben. Sie stimmten überein.

„Du kannst gehen !“ sagte er zu Valerie, die ihn mit großen Augen ansah. „Wirklich ?“ fragte sie ungläubig. Christoph grinste und nickte. „Ja. Wir sehen uns heute Abend aber wieder …“ sagte er schnell. Valerie sah ihn erstaunt an. „Wieso ?“ fragte sie verdutzt. „Deine Mutter will es so !“ „Und die Polizei ?“ wollte sie wissen. „Die lassen wir noch …, ich rede erst mit deiner Mutter …!“ sagte er und nahm seine Chipkarte, für die Tür in die Hand und stand auf. Er stieß hörbar die Luft aus und zog die Chipkarte durch einen kleinen Kasten, neben der Tür. Ein Klicken war zu hören.

Christoph drückte die Klinke und öffnete etwas die Tür und wartete, daß Valerie aufstand und ging. Sie nahm ihre kleine Handtasche, sah sehnsüchtig auf die geklauten Sachen, seufzte und ging auf Christoph zu. Sie blieb vor ihm stehen und grinste ihn jetzt überlegen an, dann fragte sie: „Wirst du meine Mutti ficken ?“ Christoph wurde knallrot. „Sag´ mal …! Wie kommst du darauf ?“ Valerie zuckte mit den Schultern. „Weiß nicht. So regelt man das doch, oder ?“

Er hob die Hand, als wollte er ihr eine scheuern und antwortete: „Du spinnst doch ! Wo hast du denn sowas her ?“ „Aus dem Fernseh´n … Mir wäre es egal ! Sie sieht wirklich toll aus …“, sagte sie stolz und beugte sich etwas vor, um unter seinem Arm durchzugehen. „Hau´ bloß ab, Göre !“ rief er und schüttelte mit dem Kopf. Valerie lachte und rannte von ihm weg und verließ eilig das Kaufhaus. Christoph seufzte wieder tief auf und ging zu seinem Schreibtisch und legte alles, von Valeries „Strafsache“, in seinen Schub und ging wieder in den Überwachungsraum …

Gegen Abend …

Christoph hatte sich fein angezogen, als ginge er zu einem Fest. Frisch geduscht, rasiert und gutgelaunt, mit den Papieren in der Hand, stand er nun vor Valeries Haus und klingelte. Es dauerte einen Moment, dann ging die Tür auf. Vor ihm stand eine bildhübsche Frau, von knapp 30 Jahren, die ihn anlächelte. „Herr Walzheim ?“ fragte sie und Christoph erkannte sofort diese angenehme Stimme, die er schon am Telefon gehört hatte. Er lächelte zurück und nickte. „Kommen Sie doch rein !“ bat sie ihn und machte eine einladene Geste. „Ich freue mich, daß Sie gekommen sind …! Da lang, bitte !“ Frau Schierach zeigte auf eine Tür, die weit offenstand.

Das Wohnzimmer. „Nehmen Sie doch, bitte, Platz ! Wollen Sie was trinken ?“ fragte sie gastfreundlich und ging an die Hausbar und sah ihn lächelnd und erwartungsvoll an. Christoph verneinte und setzte sich auf die Couch. Er fühlte sich wohl in ihrer Nähe, aber unwohl, wegen der Sache und Situation, warum er gekommen war. Sie war so attraktiv, und dann dieses blöde Thema, womit er sie belästigen mußte. Es fröstelte ihm kurz. Frau Schierach kam jetzt auf ihn zu und setzte sich direkt neben ihn. Sie roch fantastisch. Ihr Parfüm machte Christophs Gedanken ganz schummerig und hauten, wie eine Keule, auf seinen Kopf.

Sie lächelte ihn immer noch an und fragte. „Nun, Herr Walzheim, erzählen Sie mal …!“ bat sie ihn und steckte sich nervös eine Zigarette an. Sie hielt ihm die Schachtel hin. „Wollen Sie auch ?“ Christoph hob abwehrend die Hand und verneinte. „Ich darf doch, oder stört Sie das ?“ Sie zeigte ihm die brennende Zigarette. „Nein, schon okay.“ sagte er leise und sie nickte dankbar und blies den Rauch weit von sich. Ihre Hände zitterten ein wenig. „Nun, Herr Walzheim, was hat mein kleiner Teufel dieses Mal ausgefressen ?“ Sie sah ihn jetzt ernst an. ‚Aha, sie scheint öfters Schwierigkeiten zu machen ?“‚, dachte er und räusperte sich verlegen.

Er hustete in seine Faust. „Stört es Sie wirklich nicht ? Ich mach´ sie aus …“ rief Frau Schierach besorgt und drückte die Zigaretten schnell im Ascher aus. Christoph verneinte wieder und began nun zu erzählen, was Valerie angestellt hatte. Fau Schierach hörte gespannt zu, nickte hin und wieder, machte ein finsteres Gesicht und grinste sogar einmal, als er erzählte, wie sie ihm gegen das Schienbein getreten hatte. ‚Dieses Luder !‘, dachte sie. Dann erhob sie sich und rang die Hände, als Christoph geendet hatte und seufzte tief auf.

„Ja, was nun, Herr Walzheim ? Ich habe nicht viel Geld, gehe dauernd arbeiten … Ich brauche Monate …, um die Schuld zu begleichen, ganz zu schweigen …, von den … Unanehmlichkeiten … und der Schmach …!“ Sie hatte Tränen in den Augen und sah zur Decke, dann wieder, hilfesuchend und ratlos, zu ihm. Christoph zuckte mit den Schultern. „Es ist so, Frau Schierach … Die Bänder gehen abends zur Durchsicht …, also, die Aufnahmen des ganzen Tages …“, fing er jetzt an. „Je, nach Síchtung oder Vorfall …, wird ein Protokoll angefertigt … Man vergleicht die gesehenen Diebstähle, mit den Protokollen … Ist ein Diebstahl zu erkennen und kein Protokoll dazu, muß ich es erklären können … Ich bin da vollkommen machtlos !“

Frau Schierach sah ihn ernst an und fragte: „Wirklich ?“ Er nickte. „Wieviel Mal ist es Ihnen schon passiert, daß sie einen Diebstahl …., sagen wir mal …, ‚übersehen‘ haben …, Herr Walzheim ?“ Christoph schluckte, sah sie verlegen und auch leicht rotwerdend an. „Zweimal.“ sagte er kleinlaut. „Wirklich übersehen oder wollten Sie es ‚überseh´n‘ ?“ Er rutschte jetzt, selber nervös, auf der Couch umher und fühlte sich unwohl. Diese zwei Ereignisse fraßen immer noch an ihm. Er hatte die zwei Diebstähle damals wirklich übersehen, weil er eingepennt war, vor den Monitoren, denn er hatte die halbe Nacht durchgezecht gehabt. Das war ein Theater !

Ungern erinnerte er sich daran und bekam jetzt Gänsehaut, als er sich das in Erinnerung rief. „Wirklich übersehen.“ sagte Christoph und wurde nun ganz rot. Frau Schierach nickte und setzte sich wieder neben ihn. Wieder roch er ihr Parfüm und wieder schlug die Keule zu. „Was ist passiert, damals ?“ fragte sie interessiert. „Man hat mir den Lohn gekürzt und, nach der Inventur, auch noch die Preise in Rechnung gestellt … Mir kam das sehr teur zu stehen …!“ Sie nickte verstehend und setzte ein bedauerndes Gesicht auf. „Wie haben Sie sich rausgeredet, Herr Walzheim ? Mit der Wahrheit oder einer Lüge ?“ Christoph holte tief Luft und sah sie verlegen an.

Er kam sich vor, wie bei einem Verhör, aber Frau Schierach schien auf was ganz Bestimmtes hinaus zu wollen. Zumindest hatte er das Gefühl. Er gestand ihr die Wahrheit, was ihm passiert war und endete damit: „Ich mußte mir natürlich was anderes einfallen lassen und redete mich damit raus, daß ich einmal eine elektronische Störung hatte, auf dem Monitor und beim anderen Mal, war es, daß ich rausgerufen wurde …, als es passierte … Ich hatte damals tagelang ein schlechtes Gewissen, weil ich sonst ein ehrlicher Mensch bin, Frau Schierach ! Aber, hier ging es um meine Existenz …“ Sie nickte und grinste. Christoph fühlte sich jetzt irgendwie befreit, als hätte er ein Geständnis abgelegt.

Sie rückte etwas näher heran und legte ihre Hand sanft auf seinen Oberschenkel und lächelte ihn süffisant an. „Könnten Sie das nicht wieder mal machen ?“ fragte sie erotisch leise und Christophs Herz begann heftig zu pochen. Nicht zuletzt dadurch, daß ihre Hand, wie ein Blitzschlag durch seinen Körper fuhr und sein kleiner Freund anfing, munter zu werden. Ihr Parfümgeruch war nun noch stärker zu wahrzunehmen. Er war nicht aufdringlich, sondern umschmeichelte seine Rezeptoren, die nach MEHR ! schrieen. Die Keule des Benommenseins, haute nochmal kräftig zu, daß er ganz die Sinne verlor und, wie durch einen Nebel, fragte: „Was ? Wie ? Äh …“ Frau Schierach kam noch dichter und hauchte: „Wäre das nicht möglich, Christoph ?“



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